Nicolas Begegnung mit Botogel
Hier findet ihr Informationen zu meiner ersten Fanstory, die Weihnachten im Bisafans-Adventskalender erschienen ist. Anders als im Board werde ich hier auch einen kurzen Charaguide machen, weil ich im BB nicht so viel Platz habe.
-=- Nicola -=-
Die junge Trainerin aus Herzhofen ist im Begriff, alle acht Orden der Sinnoh-Region zu sammeln um in der Liga antreten zu können. Sie hat bereits zwei Orden gesammelt, wobei ihr Evoli sie tatkräftig unterstützt hat. Die Zwei sind schon seit Nicolas frühester Kindheit unzertrennlich und Evoli ist ein nicht zu unterschätzdender Kämpfer. Nicola hat noch zwei weitere Pokemon, ein Papinella und ein Roselia, die in der FS allerdings nicht vorkommen. Zu beginn der FS befinden sich Nicola und Evoli am Fuß des Kraterberges und versuchen ihn zu erklimmen. Bald ist Weihnachten und bis dahin will die Trainerin unbedingt zu Hause sein.
Pokemon: Evoli, Papinella, Roselia
-=- Nicolas Begegnung mit Botogel -=-
Ein eisiger Wind kam vom Gipfel herab und fuhr Nicola ins Gesicht. Fröstelnd schlang sie sich ihre Jacke enger um den Leib. Doch die half wenig bei diesen niedrigen Temperaturen. Neidisch blickte sie zu ihrem Evoli, das sich ausgelassen im Schnee wälzte und sich dem Schneesturm mit seinem dicken Winterfell trotzig entgegenstellte. "War vielleicht doch keine so gute Idee über den Berg zu gehen, oder?", rief sie ihrem Evoli zu. Wegen des starken Sturms musste sie schreien, damit Evoli sie hören konnte. Es hob den Kopf aus dem Schnee und rannte zu ihr. "Evo- Evoli?", fragte es. "Ich wollte dich fragen, ob es eine gute Idee war, über den Berg zu gehen!" "Evoli!", antwortete es entschieden: Doch! Nicola wollte es gerade fragen warum, als sie über sich einen Hubschrauber hinwegfliegen hörte.
"Das war doch ein Hubschrauber, oder? Komm, wir folgen ihm!" Evoli nickte und sie stürmte los. In dem hohen Schnee war es nicht leicht, das Gleichgewicht zu halten, aber Evoli zeigte ihr die glitschigen Stellen rechtzeitig, sodass sie ausweichen konnte. Langsam wurde das Motorengeräusch wieder lauter. Nicola wunderte sich. Müssten sie nicht langsamer als der Hubschrauber sein, selbst bei so einem Schneesturm? Wahrscheinlich war er angehalten, oder er kam ihnen entgegen. Als Evoli und sie eine Baumgruppe durchquert hatten, sahen sie den Hubschrauber etwa hundert Meter weiter vorne in der Luft schweben. Eine Strickleiter hing aus seiner Tür und unter dem Helikopter standen zwei in schwarz gekleidete Gestalten, die ihre Pokémon aus ihren Pokébällen gelassen hatten: Ein Hunduster und ein Luxio.
Doch etwas stimmte da nicht! Die Typen zogen ein Netz hinter sich her, in dem sich etwas lebendiges befand, denn es sträubte sich. "Stop!", schrie sie. Die Gestalten blickten kurz in ihre Richtung, widmeten sich dann aber wieder dem Netz, das sie nun an einer Halteleine des Hubschraubers befestigten. "Schnell Evoli, wir müssen etwas tun!" Sie rannte los, dicht hinter Evoli. Die Leute beeilten sich jetzt. Sie wollten offensichtlich nicht gestört werden. Auf halber Strecke konnte Nicola das Zeichen auf dem Hubschrauber erkennen. Als sie es sah, erschrak sie und rannte noch verbissener weiter. Es war ein R.
"Halt! Was machen Sie da?", rief sie. Einer der Typen drehte sich um. "Hau ab, Kleine", blaffte er, "das hier ist kein Spielplatz!" "Was haben Sie da in dem Sack? Lassen sie es frei!" Nun drehte sich auch die andere Gestalt um. "Das geht dich absolut nichts an. Verschwinde!" Es musste etwas wichtiges in diesem Netz sein, das stand fest. Es war bestimmt ein Pokémon, da war Nicola sich sicher. "Lassen Sie das Pokémon frei!", forderte sie. Die zweite Gestalt wandte sich an die erste. "Kümmere du dich um die Kleine, ich mach hier das Netz weiter."
"Los Hunduster, verpass diesem aufgeblasenen Gör eine Lektion! Glut Attacke!" Das Hunduster holte gerade aus, als es ein Ruckzuckhieb von Evoli traf. "Gut gemacht, Evoli. Setz nun den Bodycheck ein!", rief Nicola. Das Hunduster hatte sich gerade wieder aufgerappelt, als der Bodycheck ihn traf. Diesmal K.O. ging es zu Boden. Wütend rief der erste Rüpel sein Pokémon zurück. "Na Warte nur bis Heino mit dir fertig ist!", schrie er aufgebracht. Der zweite Rüpel wandte sich um. "Los Luxio", sagte er beinahe ruhig.
"Okay Evoli, versuch es noch mal mit dem Bodycheck!" Evoli nahm Anlauf und sprang. "Setz Doppelteam ein", befahl der Rüpel. Evoli sprang direkt durch das Trugbild und landete mit dem Kopf voran in einer Schneewehe. "Jetzt Knirscher!" Das kleine Pokémon hatte keine Chance auszuweichen. Evoli wurde hoch in die Luft geworfen. "Beende es jetzt mit dem Funkensprung!" "Nein! Evoli! Schnell, benutz den Ruckzuckhieb!" Aber Evoli konnte nichts mehr tun. Das Luxio traf es noch in der Luft. Es fiel zu Boden und schlug hart auf der Erde auf. "Evoli!"
Nicola eilte zu ihrem verletzten Pokémon. "Hoffentlich hast du deine Lektion gelernt. Verschwinde jetzt!" Sie sah auf. "Niemals. Ihr werdet das Pokémon das ihr da habt nicht mitnehmen", flüsterte sie. "Stimmt!" Überrascht drehte sie sich nach der Stimme um. Sie kam vom Waldrand. "Lasst das Damhirplex frei oder es wird euch Leid tun!", rief die Stimme. Die Rüpel sahen einander an. "Das Pokémon kommt mit uns. Du wirst nichts daran ändern können, fürchte ich!", sagte einer der Rüpel in Richtung Wald.
Plötzlich tauchten zwei Pokémon aus dem Schneesturm auf. Das eine war ein Botogel, das erkannte Nicola sofort. Aber das blaue Pokémon, auf dem es ritt, hatte sie noch nie gesehen. "Lasst sofort das Damhirplex frei!", sagte das Botogel. Es war die gleiche Stimme wie zuvor. Die Rüpel grinsten hämisch. "Holt es euch doch!", sagten sie völlig unbeeindruckt von der sprachlichen Aktivität des Botogel. "Seid vorsichtig, sein Luxio ist stark!", warnte Nicola die Pokémon. "Keine Sorge", beruhigte sie das Botogel, "das erledigen wir schon." Obwohl es ruhig wirken wollte, bemerkte sie, dass es ziemlich wütend war.
"Suicune, schick bitte diese Rowdys zu den Sternen." Das blaue Pokémon schnellte vor und feuerte einen Aurorastrahl auf die Rüpel und ihre Pokémon ab, woraufhin diese sofort vereisten. "Danke, mein Freund. Nicola, magst du bitte das Damhirplex befreien? Ich habe nicht so geschickte Hände...", bat das Botogel.
Nicola war sprachlos. "Woher...?", begann sie. "Weiß ich deinen Namen? Ich weiß ihn einfach. Aber das erzähl ich dir später. Lasst uns schnell von hier verschwinden, bevor die Männer in schwarz wieder auftauen." Nicola streichelte ihr bewusstloses Evoli und ging dann zu dem Netz hinüber. Darin saß ein kleines, verängstigtes Damhirplex und schaute sie mit großen Augen an. "Keine Angst", sagte sie mit schmeichelnder Stimme, "ich hol dich hier raus." Die Maschen waren zwar sehr geschickt miteinander verknotet, waren aber keine Herausforderung für ihr Taschenmesser und in kürzester Zeit war das Damhirplex wieder frei.
Sobald die letzte Masche durchtrennt war, sprang das Damhirplex sofort auf und schmiegte sich eng an Nicolas Körper. Offensichtlich war es ihr Dankbar für die Rettung. "Ist ja gut, ich hab dir ja gern geholfen", lachte sie. Das Botogel nickte zufrieden. "Es mag dich, weil du es vor diesen Team Rocket Gaunern gerettet hast", erklärte es. Nicola schüttelte den Kopf. "Aber ich habe den Kampf doch verloren...", begann sie, aber Botogel viel ihr ins Wort:" Du hast mit ihnen gekämpft und wolltest es retten, obwohl du in der Unterzahl warst. Und nur das zählt für Damhirplex. Nicht wahr?" "Damhir-Damhirplex!", sagte es mit piepsiger Stimme. Nicola musste lachen.
Sie ging wieder zu ihrem Evoli. "Was mache ich denn jetzt mit Evoli? Es wurde beim Kampf verletzt", sagte sie. Vorsichtig hob sie es hoch und nahm es in die Arme. Das Pokémon öffnete langsam die Augen und lächelte sie an. "Du hast gut gekämpft. Ruh ich jetzt etwas aus", sagte sie leise zu ihm. Evoli schloss wieder die Augen und kuschelte sich an ihre Brust. "Folge mir, ich bring dich zu meiner Werkstatt", sagte Botogel. "Zu deiner...deiner Werkstatt???" Nicola war ratlos. Was für eine Werkstatt?
"Ja, meine Werkstatt. Komm mit, ich zeig sie dir. Ach um die...", Botogel wies auf die Team Rocket Männer, "....brauchst du dir keine Sorgen machen, die tauen schon nach etwa einer halben Stunde wieder auf." Nicola musste kichern. "Na gut, aber wir sollten uns beeilen, sonst erfriere ich hier noch." "Okay, dann setz dich." Botogel wies hinter sich auf den Rücken von dem blauen Pokémon. "Ich soll... mich auf das blaue Pokémon setzten?" Nicola war perplex.
"Ja, setz dich. Keine Angst, dieses Pokémon ist mein Freund. Es ist ein Suicune." Ein Suicune! Von dem hatte Nicola schon gelesen. Es war ein legendäres Pokémon. Den Sagen nach verkörperte es den Nordwind und hatte die Fähigkeit, schmutziges Wasser zu reinigen. Nicola fühlte sich geehrt. "Vielen Dank. Ich fühle mich geehrt!"
Sobald Nicola sich gesetzt hatte, schoss das Suicune los. Es lief so schnell, dass Damhirplex gerade noch mithalten konnte. Die Bäume verschwammen zu einer braunen Wand. Es huschte den Berghang hinauf und folgte dem Kamm entlang zu einer Gebirgskette. Es folgte ihm etwa eine Viertelstunde, bevor es nach Westen abbog. Etwa zehn Minuten später erreichte es einen weiteren Gebirgskamm. Als es oben angekommen war, blieb es kurz stehen. Vor ihnen erstreckte sich ein weites, grünes Tal. Nicola kam aus dem Staunen nicht mehr heraus. Bisher war alles hier oben Schneebedeckt gewesen. Dieses Tal bildete eine Ausnahme. Etwa die Hälfte des Tals war mit einem dicht belaubten Wald bedeckt. Den Rest bildete eine riesige sattgrüne Wiese, die einen kristallklaren See umschloss. Wie kam es, dass das Tal von den Wettereinflüssen verschont blieb? Gab es hier vulkanische Aktivitäten?
"Gefällt’s dir?", fragte Botogel. Nicola strahlte. "Es ist wunderschön! Wie kommt es, dass man euch hier noch nicht gefunden hat?" Das Botogel musste schmunzeln. "Ein anderer Freund von mir schützt das Tal mit einem Schild. Ich stelle ihn dir später vor. Aber jetzt sollten wir uns um dein Evoli kümmern. Außerdem musst du müde sein. Ich schlage vor, dass du jetzt erst einmal schlafen gehst. Morgen führe ich dich rum und stelle dich meinem anderen Freund vor. Einverstanden?" Nicola gähnte herzhaft. "Einverstanden."
Suicune huschte den Hang hinab und tauchte im dichten Blätterdach des Waldes ein. Von oben noch nicht zu sehen, konnte Nicola nun viele Pokémon an Holztischen arbeiten sehen. Sie wollte erst fragen, was es damit auf sich hatte, erinnerte sich dann aber an die Führung am nächsten Tag. Nach ein paar Minuten erreichten sie ein gemütlich wirkendes Baumhaus. Nicola konnte keine Aufstiege oder ähnliches entdecken. Dann viel ihr auf, dass Botogel ja auch ein Flug-Pokémon war und einfach hinauffliegen könnte. "Da oben wohne ich. Da können Evoli und du sich ausruhen." Suicune nahm Anlauf und sprang kraftvoll auf einen kleinen Vorsprung vor der Eingangstür. "Vielen Dank, Suicune. Du kannst dich jetzt auch ausruhen gehen. Wir sehen und morgen", sagte Botogel zu dem Suicune. Dieses stieß einen Ruf aus und sprang von der Plattform. Nach wenigen Augenblicken war es im Unterholz verschwunden.
"Komm doch rein", lud Botogel nun Nicola ein. Sie folgte ihm dankend durch die Eingangstür. Dabei musste sie sich bücken, weil das Haus ja eigentlich für Botogel und nicht für Menschen gemacht war. Nicola war mit ihren 1,57 zwar recht klein für eine 16-Jährige, hatte aber dennoch Probleme, sich in dem Haus zurechtzufinden. Hinzu kam, dass sie noch ihr Evoli im Arm hielt und dadurch stärkere Gleichgewichtsprobleme hatte. Das Pokémon hatte anscheinend Verständnis dafür und blieb im ersten Raum stehen. "Gib mir mal dein Evoli, ich kümmere mich darum", bat Botogel. Nicola gab ihm Evoli etwas zögernd. Botogel war zwar nett zu ihr gewesen, aber Evoli war ihr bester Freund, mehr noch. "Keine Angst, ich tu ihm nichts", beruhigte es sie, als es ihr zögern bemerkte. Nicola wurde rot und übergab ihm Evoli. Es ging damit in ein Nebenzimmer und kam kurz danach wieder zurück.
"Ich habe es auf mein Sofa gelegt. Ihm fehlt nichts, es muss sich nur gründlich ausschlafen. Morgen sollte es wieder fit sein. Du kannst hier im Wohnzimmer auf der Couch schlafen. Sie ist vielleicht etwas klein, aber immerhin besser als der harte Holzfußboden. Ich besorge dir noch eine Decke." Nicola wusste gar nicht, was sie sagen sollte. Warum war das Botogel so nett zu ihr? Und warum konnte es sprechen und warum wusste es ihren Namen? Hoffentlich bekam sie morgen Antworten darauf. "Vielen Dank, Botogel. Gute Nacht!"
Der nächste Morgen begann für Nicola viel zu früh. Sie schlief noch tief und fest, als sie plötzlich etwas feuchtes im Gesicht spürte. Überrascht öffnete sie die Augen. Ihr gesamtes Sehfeld wurde von einem braunen Fellknäuel eingenommen, das gerade eben ihr Gesicht ableckte. "Evoli, ist ja gut", lachte sie, als sie ihren Freund identifizierte. Ihr Blick richtete sich auf das Fenster. Dem Sonnenstand nach müsste es später Morgen sein. "Na, hast du dich vollständig erholt?", fragte sie? "Evoli, Evoli!", rief es und sprang auf ihr auf und ab. Nach dieser offensichtlichen Antwort richtete Nicola sich erst einmal auf und gähnte herzhaft. "Guten Morgen ihr Zwei. Habt ihr gut geschlafen?" Botogel kam eben in den Raum herein und hielt ein Tablett mit frischen Obst in Händen. "Tut mir Leid, ich habe leider nur Obst zum Frühstück da. Wir Pokémon essen halt nicht so gerne Brot und Käse wie ihr Menschen", entschuldigte es sich. Nicola winkte ab. "Das ist wirklich nicht schlimm. Ich esse morgens eh nur eine Kleinigkeit, weil ich da noch nicht so viel essen kann." Evoli war inzwischen von ihrem Schoß gesprungen und rannte zu Botogel mit dem Tablett rüber. "Na Evoli, hast du Hunger?", fragte Botogel lachend, "Na dann lass uns da mal ganz schnell etwas gegen unternehmen." Es stellte das Essen auf einen kleinen Holztisch in der Mitte des Raumes.
Eine Stunde später kletterte Nicola erfrischt und gesättigt von dem Baumhaus hinunter. Evoli konnte von Botogel getragen werden, aber sie war dafür wirklich zu schwer. Der Baum war auch nicht wirklich hoch, sodass der Abstieg in Windeseile geschafft war. "Was hat es jetzt eigentlich mit deiner Werkstatt auf sich?", fragte Nicola. "Das..", begann Botogel,"...will ich dir auf den Weg zu meinem Freund erzählen. Folge mir." Es schlug in östliche Richtung ein und Nicola folgte ihm. "Du kennst bestimmt den Weihnachtsmann, oder?", fragte Botogel. "Ja, natürlich!", sagte Nicola prompt," Naja, nicht persönlich, aber kennen tue ich ihn schon. Warum?" "Was wäre, wenn dieser Weihnachtsmann in Wirklichkeit ein Pokèmon wäre?" Nicola antwortete nicht sofort. "Ich weiß nicht...", sagte sie schließlich. "Er hätte Fähigkeiten und Möglichkeiten, die ein Mensch nicht hätte, nicht wahr?", fuhr Botogel fort, "Was wäre nun, wenn der Weihnachtsmann vor langer Zeit ein anderes Pokémon gebeten hätte, ihn in ein Pokémon zu verwandeln?" Nicola zuckte die Achseln. "Er wäre heute immer noch ein Pokémon, oder?", fragte sie zögernd. "Richtig! Und was für ein Pokémon passt am besten zur Persönlichkeit des Weihnachtsmannes? Welches Pokémon verteilt liebend gern Geschenke und lebt gerne dort, wo es kalt ist?", fragte Botogel weiter. Nicola dachte nach. Ja, welches Pokémon?
Da fiel es ihr ein. Wie dumm, dass sie nicht gleich darauf gekommen ist! Es lief doch direkt vor ihr! "Ein Botogel!", sagte sie triumphierend. Es nickte. "Richtig!" "Aber.. aber dann bist du...?" Wieder nickte es. "Ja, ich bin der Weihnachtsmann. Überrascht dich das? Deinem Gesichtsausdruck nach zu urteilen schon." Es lachte. "Vor langer Zeit war ich nur ein normaler Mensch und schenkte den Menschen gerne eine Freude. Ich gab den Kindern in meinem Dorf in der dunklen Jahreszeit immer Puppen oder Holzschwerter zum Spielen. Aber irgendwie wollte ich mehr", erinnerte es sich, " Und da bat ich meinen Freund, mir zu helfen, damit noch mehr Kinder sich freuen können. Also verwandelte es mich in ein Pokémon. Heute helfen mir sehr viele Pokémon in meiner Werkstatt. Und ich beschenke Kinder auf der ganzen Welt." Nicola hatte immer noch nichts gesagt. "Und wie schaffst du es, innerhalb von nur ein paar Stunden, über zwei Milliarden Kindern ihre Geschenke zu bringen?", fragte sie schließlich. "Das regelt mein Freund", sagte es. "Sieh nur, wir sind da." Sie erreichten eine kleine Waldlichtung. "Wo ist denn dein Freund?", fragte Nicola. Sie konnte kein Pokémon entdecken. "Komm raus, Celebi!", sagte Botogel.
Plötzlich erschien auf der Lichtung ein grünes Licht. Nicola kniff die Augen vor dem grellen Licht zusammen. Als sie ihre Augen wieder öffnete, schwebte auf der Lichtung ein grünes Pokémon mit kleinen Insektenflügeln. "Das ist mein anderer Freund, Celebi. Celebi, dies ist Nicola, sie hat gestern das kleine Damhirplex gerettet", stellte Botogel sie vor. Das Celebi nickte Nicola freundlich zu. "Celebi kann durch die Zeit reisen. Es sorgt dafür, dass ich so lange lebe. Auch hat es mich in ein Botogel verwandelt. Zu Heiligabend lässt es die Zeit anhalten, damit ich in der Zeit zusammen mit Suicune die Geschenke verteilen kann", erklärte Botogel. "Und du machst das nur, weil es dir Spaß macht, anderen Geschenke zu machen?", fragte Nicola erstaunt. Botogel nickte. "Ja, das ist mein Lebensinhalt. Ich schenke immer in der dunklen Jahreszeit, weil da die meisten etwas Aufmunterung brauchen könnten." Sie verstand. "Alle Achtung, Botogel. Äh... ich meine Weihnachtsmann", sagte sie. "Eine Frage: Selbst wenn Celebi die Zeit anhält; es dauert bestimmt dennoch fast ewig, bis du zu jedem Kind auf der Welt gegangen bist, oder?", fragte sie. "Wir mischen aus dem Puder der Smettbos, Omots und Papinellas ein Mittel, das es Suicune ermöglicht, zu fliegen", erklärte Botogel, "Aber dieses Rezept ist natürlich streng geheim."
Plötzlich hörte sie in der Ferne einen Hubschrauber. Zuerst dachte sie, sie hätte sich geirrt, aber dann wurde das Geräusch immer lauter. "Hört ihr das?", fragte sie, "Das hört sich an, wie ein Hubschrauber!" Botogel wandte sich in die Richtung der Geräuschquelle. "Keine Angst, Celebi schützt das Tal mit einem speziellen Schuld. Die können hier nichts sehen, keine Sorge!" Dennoch hatte Nicola ein ungutes Gefühl dabei. "Komm mit, lass uns doch mal nach Damhirplex sehen", schlug Botogel vor. Nicola war begeistert und stimmte sofort zu.
Während sie zu der Wiese gingen, kam das Motorengeräusch stetig näher. Nicola hatte den Verdacht, dass der dieses Tal im Visier hatte. Celebi begleitete sie und spielte vergnügt mit Evoli. Die Zwei hatten sich angefreundet. Es zeigte Evoli gerade ein paar coole Psychotricks, als sie bei der Damhirplexherde ankamen. Das kleine Damhirplex entdeckte sie sofort und lief freudig auf sie zu. "Hallo Damhirplex! Hast du mich vermisst?", fragte sie lachend. Es schmiegte sich an sie und rief immer wieder "Damhirplex, Damhirplex!" Da sah sie über sich den Hubschrauber kreisen. Das Damhirplex und ihr Evoli verkrochen sich sofort bei ihr. "Keine Angst. Celebi passt schon auf, dass...", begann es.
Plötzlich schoss aus der Unterseite ein Netz heraus und bevor irgendjemand etwas tun konnte, schrie Celebi auf und wurde in einem stählernen Netz nach oben gezogen. "Nein!" Nicola nahm Anlauf und erreichte gerade noch das Netz. Ihr Evoli hatte sich zum Glück rechtzeitig an ihre Schulter geheftet. Celebi wand sich dem Stahlnetz und verfing sich dadurch noch mehr. Psychoattacken konnte es auf das Stahlnetz nicht anwenden. "Keine Angst, ich hol dich da raus!", versprach Nicola. "Nicola, komm da runter!", rief Botogel. Es war zu ihr nach oben geflogen. "Aber ich muss Celebi retten!", wiedersprach sie. "Lass das, das ist zu...", begann es, wurde aber plötzlich von hinten von einer Attacke getroffen. Ein Skorgoro klapperte bedrohlich mit seinen Scheren und verpasste Botogel noch einen Schlitzer. Dieses drehte sich nun um und griff nun seinerseits mit einem Eisstrahl an, dem Skorgoro auswich. "Okay, versuch du Celebi zu befreien! Ich kümmere mich um dieses Skorgoro!", rief Botogel ihr zu.
Was konnte sie tun? Das Netz hatte den Hubschrauber beinahe erreicht. Sie versuchte es mit dem Taschenmesser, mit Evolis Biss und ihrem Feuerzeug. Aber das Stahlnetz war einfach unnachgiebig. Es war unmöglich, es zu zerstören. Der Boden des Hubschraubers öffnete sich schon. Nicola konnte dort Team Rocket Rüpel warten sehen. Mist! Sie kraxelte nach oben und wartete, bis das Netz im Hubschrauber war. "Seht mal, was wir mitgeangelt haben", lachte einer der Rüpel. "Lasst Celebi frei!", sagte sie mit zitternder Stimme. "Warum sollte wir das tun?", fragte der Rüpel. "Los Evoli!", rief Nicola, "zeig's ihnen!" Die Rüpel lachten. "Los Machomei, verarbeite dieses Evoli zu Tiermehl", sagte der Rüpel kichernd und warf einen Pokeball. Ein riesiges Pokémon erschien im Innenraum des Hubschraubers. Nicola biss sich auf die Lippen. Gegen ein Machomei hatte Evoli keine Chance... "Kreuzhieb!", befahl der Rüpel. "Weich mit Ruckzuckhieb aus und setz den Eisenschweif ein!", rief Nicola. Evoli sprang mit einem Satz zur Seite und warf sich gleich darauf wieder mit einem Eisenschweif auf das Machomei. "Greif dir den Schwanz und setz Geowurf ein!", befahl der Rüpel. Evoli hatte keine Chance mehr, auszuweichen. Das Machomei schleuderte es durch den Raum, bevor es verletzt am Boden liegen blieb. "NEIN!", rief Nicola, "Du darfst jetzt nicht aufgeben! Denk an Celebi! Bitte steh wieder auf! EVOLI!" Das Pokémon öffnete die Augen. Entschlossenheit spiegelte sich in seinem Blick. Verbissen stand es wieder auf. Plötzlich begann es zu leuchten.
Seine Form veränderte sich. Es wurde größer; sein Schwanz wurde länger und gabelte sich am Ende. Das Licht verschwand. Evolis Fell hatte nun eine rosa Farbe. Es hatte sich weiterentwickelt! "Evoli! Du hast dich weiterentwickelt!", rief Nicola überglücklich. "Psiana!", rief es. "Okay Psiana, schick diese Typen mit der Konfusion zum Mond!", rief Nicola. Das Machomei erhob sich in die Luft, genauso wie die Rüpel. Unter großem Geschrei wurden sie aus dem Laderaum in den Himmel geschleudert. "Psiana, du hast es geschafft!" Überglücklich umarmte sie ihr Pokémon. Psiana rieb seinen Kopf an ihren und gurrte zufrieden dabei. "Komm, lass uns Celebi befreien!" Der Verschluss war am oberen Tei des Netzes angebracht. Es war ein Kinderspiel, Celebi aus dem Netz zu holen. Glücklich über die neugewonnene Freiheit, umarmte es erst Psiana und Nicola, bevor es aus dem Laderaum flog. Plötzlich fühlte Nicola sich unglaublich schwerelos. Ein lilafarbenes Licht umspielte ihren Körper und auf einmal erhob sie sich in die Luft! Mit Psiana geschah das gleiche. Sie schwebten durch das Loch an der Seite und entdeckten Celebi, das ebenfalls von einem lilafarbenen Licht umgeben war. Es dirigierte ihren Flug mit seinen Armen. Weiter unten verpasste Botogel dem Skorgoro gerade den finalen Eisstrahl, als Psiana und Nicola zu ihm geschwebt kamen.
Wir haben es befreit", meldete sich Nicola und wies überflüssigerweise auf Celebi, das die beiden immer noch in der Luft hielt. "Und Evoli hat sich zu Psiana weiterentwickelt", fügte sie noch hinzu. Botogel nickte weise. "Das hat es getan, weil es dich sehr leibt. Du weißt, dass Evoli sich nur dann zu Psiana entwickelt, wenn es sehr großes Vertrauen zu seinem Trainer hat?" Nicola lächelte und blickte liebevoll zu Psiana hinüber. "Ja, das weiß ich. Und ich bin sehr stolz auf mein Psiana." Es war Abend geworden. Langsam nahm der Himmel ein tiefes rot an und wurde allmählich immer dunkler. Botogel hatte ihr den Rest des Tages das Tal gezeigt. Wie Tornupto und Glurak unter enormer Hitze Feuersteine herstellten oder die Griffel die aus Holz Spielzeuge schnitzten. Jetzt saß Nicola auf Suicunes Rücken und verabschiedete sich von Botogel und Celebi. "Vielen Dank, dass du mir das alles gezeigt hast", sagte Nicola und umarmte Botogel. Es lächelte. "Du darfst niemals jemanden von der Existenz dieses Ortes erzählen", ermahnte es. Nicola hob die Finger. "Ich schwöre!" Botogel nickte. "Sehr schön. Suicune wird dich jetzt zur nächsten Stadt bringen. Von dort aus kannst du dann mit dem Zug oder dem Bus nach Hause fahren. In zwei Wochen ist Weihnachten. Beeil dich also, dass du rechtzeitig nach Hause kommst." Nicola hob die Hand zum Abschied. "Das werde ich. Und nochmals vielen Dank! Vielleicht sehen wir uns ja einmal wieder!" "Das werden wir bestimmt. Auf Wiedersehen!"
Suicune machte eine Wende und rannte davon, dem Horizont entgegen. Nicola musste sich gut festhalten, um nicht hinunterzufallen. Im Laufen warf sie einen zärtlichen Blick auf Psiana, das auf ihren Schoß saß und hatte das Gefühl, dass längst Weihnachten war.
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