-=- Kapitel 5: Der Mann im schwarzen Anzug -=-
Drei von den Männern blieben bei dem Wesen, während der Rest sich in Bewegung setzte. Kim hatte keine Ahnung wohin und es interessierte sie auch nicht. Ihr Blick blieb die ganze Zeit über besorgt an Kuna hängen, die immer noch bewusstlos in ihrem Käfig lag. Zunächst hatte sie noch ab und zu einen Blick über die Schulter zu dem Wesen geworfen, das der Anführer "Wolf" genannt hatte, doch schon nach ein paar hundert Metern wurde es vom dichten Wald verschluckt. Zumindest war Kuna nicht schwer verletzt, das war das einzig gute in ihrer Situation.Ihr Vater hatte sie hinterhältig verraten, das Wesen würde nun für irgendwelche Versuche herhalten müssen und zuguterletzt befanden sie und Kuna sich in der Gewalt dieser zwielichtigen Gestalten. Ja, ihre Situation war wirklich nicht beneidenswert.

Sie zogen noch ein gutes Stück durch den Wald, bevor sie schließlch auf eine riesige Lichtung stießen, auf der mehrere Hubschrauber bereit standen. Die Propeller drehten sich bereits und verursachten einen ohrenbetäubenden Lärm. Wenn Kims Arme frei gewesen wären, hätte sie sie sich an die Ohren gehalten. Die Männer jedoch zerrten sie völlig unbeeindruckt von dem Lärm in einer der Maschinen und stiegen dann hinter ihr ebenfalls ein. Ihr Vater kam auch dazu, doch sie schaute absichtlich weg. Der Mann, der Kuna mit sich genommen hatte, gesellte sich nicht dazu.

Sie flogen über eine Stunde, bevor sie in einem Gebäudekomplex in den Bergen landeten. Sie waren zunächst über den Wald und schließlich über die Berge geflogen, immer Richtung Westen. Sie waren noch ein Stück in das Gebirge hineingeflogen, bevor sie sich schließlich nach Norden abgedreht waren. Nun waren die Hubschrauber auf einem der Landeplätze untergebracht und sie wurde von zwei Männern durch das Gebäude gezerrt, ihr Vater lief dabei immer voran. Den Mann mit Kuna hatte sie schon früh aus den Augen verloren und sie wäre ihm zu gern hinterhergelaufen, um ihn in die *** zu treten und ihre Freundin zu befreien. Doch zur Zeit befand sie sich nicht in einer besseren Situation und so waren solche Gedanken höchstens Träumereien.
Sie folgten noch einigen Gängen und gingen durch mehrere Türen , bevor sie schließlich vor einer großen Doppeltür stehen blieben. Ihr Vater tippte einen Zahlencode in einer Tastatur rechts neben der Tür ein und sie traten ein.

Kim bekam erst einmal große Augen, als sie den Raum betrat. Alles hier drin machte einen sündhaft teuren Eindruck, seien es die riesigen Ölgemälde, der luxuriöse Teppich oder die edlen Holzmöbel. Ein großer Kamin spendete wohlige Wärme und eine Sitzgruppe mit Polstermöbeln lud zum verweilen ein. Ins Auge jedoch stach der große Schreibtisch aus Ebenholz, der genau gegenüber der Tür stand. Dahinter saß ein großer Mann in einem tintenschwarzen Anzug, die Fingerkuppen übereinandergelegt und schaute ein wenig gelangweilt in die Runde. "Ah, Professor Harks", sagte er in einem sehr geschäftsmäßigen Tonfall. "Wie ich sehe haben Sie mir jemanden mitgebracht." Ihr Vater fingerte nervör über seinen Bart. "Ja, dies ist meine Tochter Kim. Sie haben doch gewünscht, dass.." "Jaja, ich weiß, was ich befohlen habe, Harks. Nun lassen sie uns bitte allein. Ach, und vergessen sie nicht, der jungen Dame ihre restlichen Pokemon abzunehmen. Wir wollen doch nicht, dass hier Unruhen entstehen, oder?" Der Mann lächelte böse. Anstatt zu protestieren fügte sich ihr Vater wortlos dem Befehl des fremden Mannes. Die beiden Typen hinter ihr nahmen ihr die restlichen Pokebälle ab, die noch an ihrem Gürtel hingen. "Hey, Shadow und Fairy gehören mir, lasst sie!", protestierte sie, doch sie stieß auf taube Ohren. Wortlos ließen sie ihr Vater und die beiden Männer sie bei dem Mann im schwarzen Anzug zurück.

"Wo ist Kuna", fragte Kim sofort in einem bedrohlichen Unterton. Dass sie im Moment nicht gerade diejenige war, die Forderungen zu stellen hatte, war ihm im Moment egal. "Keine Angst, deinen Pokemon geht es gut. Möchtest du dich nicht zu mir gesellen und ein wenig plaudern?" Wieder dieses hinterlistige Lächeln. Er stand von seinem Schreibtischstuhl auf und ging ein paar Schritte auf sie zu. Dabei wies er mit seinen Arm zu den beiden Polsterstühlen am Kamin. Kim starrte ihn nur böse an. Was meinte er mit "plaudern"? Bestimmt nichts Gutes! Zumindest würde sie bestimmt nicht mit ihm "plaudern"!
Der Mann seufzte und ging dann schließlich allein zu seinen Sesseln. "Hast du überhaupt eine Ahnung, was du da gefunden hast?", fragte er in einem gelangweilten Ton und schenkte sich eine klare Flüssigkeit in ein Glas ein. Er schwenkte das Glas ein wenig hin und her und kostete ein wenig von dem Bouquet, bevor er die Flüssigkeit mit einem Zug austrank. Kim schwieg. "Weißt du, dein Vater arbeitet schon eine ganze Weile für mich. Sie haben es geschafft, ein Tor in eine Parallelwelt zu öffnen und dieses Ding für mich zu holen. Im Gegensatz zu Pokemon kann dieses Ding richtig Schaden machen, wenn es angreift. Man muss es nur richtig trainieren." Wütend ballte Kim die Fäuste. Darum also war ihr Vater so scharf auf das Wesen gewesen!

"Warum lassen sie das arme Ding nicht einfach frei?" Kurzerhand warf Kim ihr Schweigegelübde über den Haufen und beschloss, in die Offensive zu gehen. "Nun, weil es mir bestimmt dabei Hilft, die Weltherrschaft zu übernehmen. Gerade du müsstest ja wissen, dass das Ding wesentlich stärker ist als herkömmliche Pokemon." Wieder lächelte der Mann böse und Kim lief es eiskalt den Rücken runter. "Pokemon sind nicht herkömmlich!", protestierte Kim lauthals, doch der Mann ignorierte sie. "Wir werden uns wohl noch weitere sogenannte "Tiere" aus der Parallelwelt besorgen. Du kannst stolz sein, dabei zu sein." Der Mann betätigte einen Knopf an der Armlehne seines Sessels und sofort kam ein schwarz gekleideter Typ in den Raum stolziert. "Dieser Mitarbeiter wird dich nun auf dein Zimmer bringen. Wenn du etwas von deinem Vater möchtest, findest du dort ein Telefon, mit dem du direkt bei deinem Vater im Labor anrufen kannst. Ich möchte nicht, dass du die Anlage verlässt, denn sonst muss ich ungemütlich zu deinen Pokemon werden." Der Blick des Mannes war nun nicht mehr gelangweilt, sondern hatte einen bedrohlichen Unterton bekommen. "Verstanden", presste Kim zwischen zusammengeknirschten Zähnen hervor. "Wunderbar!" Der bedrohliche Blick war verschwunden, statt dessen war wieder Langeweile in seinen Zügen zu erschienen. "Du kannst gehen." Der andere Typ packte Kim grob am Arm und zerrte sie mit sich. Das Mädchen starrte noch ein letztes Mal hasserfüllt zu dem Mann im schwarzen Anzug, bevor sich die Tür mit einem leisen Klicken schloss.


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